Torf und Moor - Heute Peloidenwerk  in Breesen

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Kurze Definition

Seit nun mehr als 50 Jahre wird in Breesen Torf abgebaut.
Zu Anfang haben die Bauern der Umgebung diesen noch per Hand gestochen.
Kohle war in dieser Gegend nicht erhältlich bzw. war schwierig zu beschaffen und sehr teuer.
Da der Torf einen guten Heizcharakter hat, wurde eben dieser überwiegend genutzt.
Das Breesener Moor ist ein typisches Hochmoor.
Um an den Torf zu kommen, wurden zunächst im Winter die betreffenden Felder von Gestrüpp und kleineren Birkenbäumchen befreit. Im Frühjahr wurde dann  die Oberschicht bestehend aus Heidepflanzen und anderen Moorgewächsen beseitigt. 
Am Ende des Feldes wurde ein Graben angelegt, eine sogenannte Pütt. Aus Ihr wurde der Torf gewonnen und diente gleichzeitig zur Entwässerung.
Mit entsprechenden Arbeitsgeräten (Torfspaten etc.) wurde dann der Torf horizontal und vertikal gestochen.
Die einzelnen Torfstücke Torfst?ck wurden auf ein Brett gelegt und auf das Feld getragen. Dort wurde der Torf in gleichmäßigen Abständen ganz eng ausgelegt, damit er trocknen konnte. 
War die Oberseite durchgetrocknet, wurde der  ablegte Torf "geringelt".
Darunter versteht man, das jeweils zwei Torfstücke längst und darauf zwei Torfstücke quer gelegt wurden bis ein kleines Türmchen"Ringel"
der sogenannte "Ringel" in einer Höhe von ca. 50 cm stand.   
Diese Ringel wurden solange stehen gelassen, bis sie vollständig durchgetrocknet waren. Dann wurde der Torf für die häusliche Nutzung auf entsprechend zur Verfügung stehende Transportmittel geladen und  eingebracht. Hauptsächlich nach dem Krieg waren im Moor Flüchtlinge beschäftigt. Denn andere Arbeitsmöglichkeiten fanden sich schwer in dieser Region.
Dies Abbaumethode wurde bis Mitte der 50iger Jahre vorgenommen.
Allmählich zog dann die Industriealisierung ein. Zunächst wurden kleine Gleise verlegt auf denen Loren per Hand geschoben wurden mit  ihnen transportierte man den Torf von den Feldern. Eine wesentliche Arbeitserleichterung brachten dann kleine Dieselloks Diesellok aus dem Torfwerkendie dann die Loren zogen. Züge bis zu 40 Loren konnten   dann auf einmal bewegt werden. Sprang auch einmal hin und wieder eine Lok bzw. ein paar Loren aus den Gleisen auf Grund des nicht ganz so festen Untergrundes, war es doch ein gewaltiger Fortschritt.
Da die damalige DDR nicht mit Rohstoffen reich gesegnet war, wurde der Torfabbau in den ersten Jahren stark forciert. Das Breesener Moor wurde zum größten Abbaugebiet von Torf. Die Verwendung vom überwiegenden Heizmaterial wurde ausgeweitet bis hin zur medizinischen Zwecken sogar für die Strumpfproduktion  wurden Torfbestandteile genutzt. 
 In den 60iger Jahren kam dann der ganz große Fortschritt. Ein Bagger der Firma Hapag Loyd aus Hamburg hielt Einzug in die Torfproduktion. Dieser fuhr entlang des Torffeldes, grub die Pütt aus und förderte gleichzeitig den Torf.Eimerkettenbagger bei der Arbeit
Der Torf wurde per kleiner Eimerkette gegraben durch eine Art Röhre gepresst an dessen Ende sich eine bewegliche "Hacke" befand und den gepressten Torf nach ca. 30 cm gleichmäßig abhackte. Die Stücke wurden dann weiter auf ein schmales Förderband ca. 20 m transportiert. Gelangte das erste Stück ans Ende des Bandes, kippte das Förderband kurz und die Torfstücke fielen zu Boden. So entstand auf diese Weise eine gleichmäßige Ablagefläche auf der ein Torfstück neben dem anderen lag.
Noch mußte der Torf weiterhin geringelt werden und die Ringel per Hand in die Loren gehoben werden. Doch das Erfindertum der Mitarbeiter des mittlerweile "VEB Nordeutsche Torfwerke" gegründeten Betriebes, waren keine Grenzen gesetzt. In der Landwirtschaft hielt ein Geräteträger Einzug. Der "Molli" RS09 war ein universell einsetzbares Ackergerät und sein Gesamtgewicht war sehr leicht - war ja auch nichts dran. Dieses Gerät wurde zu einem industriell nutzbaren Torftransportmittel umgebaut.
Statt der Räder wurden aus Schwellen der Gleise zwei Ketten angebaut. Das Lenkrad wurde entfernt und dafür eine "Dreistangenlenkung" bestehend aus einer Verbindung von Kupplung, Bremse und Gaspedal, eingebaut. Am hinteren Teil wurde ein Förderband angebaut, welches über die Ackerantriebswelle angetrieben wurde. Das Fahrzeug fuhr dann in umgekehrter Richtung. Vorne weg gingen dann 3 bis 4 Mitarbeiter, die dann die Torfringel auf das Band warfen.  Dieses Monstrum erleichterte ungemein die Arbeit und beschleunigte sie auch gewaltig. Brauchte man nun nicht mehr die Torfringel direkt in die Lore heben sondern nur noch auf das Band.
Zwischenanmerkung: Der Autor selbst hat in seinen Ferien im Moor gearbeitet.
Vor allem konnte man sich ein paar Mark durch das Ringeln verdienen. Die einzelnen Felder waren 20 x 20 Meter groß. Und wenn man sich ein bisschen bewegte, hat man drei bis vier Felder am Tag ringeln können. Der Betrag den man für ein Feld bekam lag bei ca. 40,- Mark. Dafür hat man aber auch bis zu 3 bis 4 Stunden ununterbrochen auf den Knien gelegen und die Torfstücke aufeinandergelegt. Zumal man auch den natürlichen Überraschungen ausgesetzt war, wie Nester von Kreuzottern die sich im Moor sehr wohl fühlen. Leider sind diese Schlangen nicht gerade ungiftig, jedenfalls können sie sehr unangenehme Folgen auslösen.
Der Torf wurde nach dem Abtransport von den Feldern direkt per Schlepper (Traktor) und 2 Anhängern nach Gadebusch zur Bahn gebracht und verladen.
Die bisher geschilderte Produktion wurde bis zur Wende durchgeführt auch wenn sich der Verwendungszweck mittlerweile stark veränderte.
In der Umbuchzeit stand es schlecht mit dem Torfwerk - es fand sich kein Investor und der Bedarf für den Torf war auch nicht mehr vorhanden. Man musste sich etwas Neues einfallen lassen um den Torf zu vermarkten.
Auch die Abbaumethode war stark veraltert und zu unproduktiv, um tatsächlich einen entsprechenden Markt zu befriedigen. Also ein Investor, ein Markt und neue Methoden und Technik waren gefragt. - Nicht gerade wenig.
Hier kannst Du dir ein paar Definitionen über Torf und Moor herunterladen

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